Region Nationalpark Hohe Tauern besitzt einen der dunkelsten und naturnächsten Himmel Europas. Diese hohe Nachthimmelqualität soll erhalten werden.

Die KEM Region Nationalparkgemeinden Oberes Mölltal und der Nationalpark Hohe Tauern setzen gemeinsam Aktivitäten, um die Nachthimmelqualität der Region zu erhalten und den energie- und lichteffizienten Einsatz der künstlichen Beleuchtungskörper im Außenbereich zu verbessern. Dazu wurden über den Sommer von Stefan Wallner, Institut für Astrophysik, Universität Wien, Satellitendaten erhoben und bodengebundene Messungen durchgeführt, welche die aktuelle Nachthimmelqualität und Entwicklung der Lichtverschmutzung zeigen.

Als Ergebnis der wissenschaftlichen Arbeit von Stefan Wallner wurde der Region des Nationalparks Hohe Tauern bescheinigt, dass sie noch einen der dunkelsten und naturnächsten Himmel, die in ganz Europa gefunden werden können, besitzt. Obwohl der Einfluss von künstlichem Licht bei Nacht dort bislang sehr gering ist, zeigen die Lichttrends jedoch, dass nicht nur in der KEM-Region (Großkirchheim, Mörtschach, Winklern) selbst, sondern auch in anderen Gemeinden der Zuwachs der Lichtmenge stetig steigt und so die natürliche Dunkelheit der Nacht in Zukunft reduziert wird.

Dass solch eine Nachthimmelqualität beinahe einzigartig ist, zeigen die weltweiten Daten zur Lichtverschmutzung: so leben bereits 83% der Erdbevölkerung unter einem lichtverschmutzten Himmel. In Nordamerika und Europa sind es sogar 99% der Bevölkerung, die unter einem lichtverschmutzten Himmel leben müssen.

Nicht nur wir Menschen spüren die Einflüsse einer übermäßigen nächtlichen Lichtexposition, die sich negativ auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken. Die Verdrängung der natürlichen Dunkelheit (be)trifft alle Lebewesen unseres Planeten. Es leiden immer mehr Tiere an Orientierungsverlusten und nachtaktive Tiere werden durch das künstliche Licht von ihren Habitaten und lebensfreundlichen Flächen verdrängt. Auch die Pflanzenwelt leidet unter dem künstlichen Licht, denn Pflanzen verlieren durch eine nächtliche Dauerbeleuchtung ihren Tag-Nacht-Rhythmus, den sie für ihre natürliche Photosynthese benötigen. Letztendlich führt das unnatürlich viele Lichtangebot zu einer dramatisch verkürzten Lebensdauer von Bäumen und Pflanzen. Speziell kurzwelliges blaues Licht kann bei Nacht gefährlich für alle Organismen sein.

 Was kann jede:r von uns tun?

  • Nutzung von LEDs
  • Abschirmen von Lichtquellen nach oben
  • Umweltfreundliches Licht ohne hohen Blau- oder tiefen Rotanteil
  • Empfehlungen für LEDs: warmweiße Farbtemperaturen von max. 3000 Kelvin, im Naturbereich max. 2400 Kelvin
  • Dimmungen und/oder Abschaltungen in den späten Nachtstunden -> Speziell für Industrie und Werbung -> Energieersparnis!
  • Innenbeleuchtung innen belassen
  • Sensibilisierung für das Thema Lichtverschmutzung

Sternenhimmel-Tour im Astental. Um diesen Sternenhimmel mit allen Sinnen auch erleben zu können und Wissenswertes zu erfahren warum Wildtiere in der winterlichen Nacht besonders ungestört bleiben müssen und wie sich „Lichtverschmutzung“ negativ auswirken kann,  haben die KEM Nationalparkgemeinden Oberes Mölltal und der Nationalpark Hohe Tauern gemeinsam eine von Ranger*innen geführte Sternenhimmel-Tour im Astental geplant. Termine: 13.12.23 | 10.01.24 | 07.02.24 | 06.03.24. Anmeldungen unter: www.hohetauern.at

Weiterführende Informationen zur Thema der Lichtverschmutzung sowie zu einer bundesländerübergreifenden Hilfestellung für die Planung einer umweltfreundlichen Außenbeleuchtung bietet auch der Österreichische Leitfaden Außenbeleuchtung: hcps://www.ooe- umweltanwaltscha4.at/Mediendateien/LeiÑaden.pdf. Dieser erscheint demnächst in 3. Auflage.

Seit Oktober 2022 ist auch eine Neuauflage der ÖNORM O 1052  – Lichtimmissionen – Messung und Beurteilung verfügbar. Diese stellt den Stand der Technik dar Lichtimmissionen im Außenbereich zu vermeiden und definiert u.a. Betriebszeiten, Lichtfarbe und Strahlrichtung.

Ergebnispräsentation zum Download: VortragKEMMoelltal_Lichtverschmutzung-1

Pressetext zum Download: Presseaussendung_KEM_24.10.23-LV