Der immense Schaden, den die — dank der Hitze sich schneller ausbreitenden  — Borkenkäferpopulationen im Oberen Mölltal verursachen, wächst stetig. Die Verbreitung der Käfer ist mittlerweile nicht zu stoppen.  Nach drei Winter der Katastrophen – Sturm, Schneebruch, noch mehr Schnee, danach Perioden der Dürre – ist kein Ende in Sicht.

Die Zeichen für die Bäume im Mölltal stehen nicht besonders gut – die Alpen könnten um weitere 2 Grad, im schlechtesten Fall bis zu 5 Grad erwärmen – etwas, was die hier am weitesten verbreitete Baumart, die Fichte, wahrscheinlich nicht überstehen wird.  Auf der anderen Seiten müssen die neuen Kahlflächen, aus denen das befallene Holz entfernt wurde, so schnell wie möglich wieder begrünt werden, um Regenwasser aufnehmen zu können und die Hänge zu stabilisieren.

Und die Waldbauern und Bäuerinnen, mit dem Verlust ihrer Wälder konfrontiert, fragen sich immer öfters, welchen Nutzen die Schlägerungen haben.  Und was kann man tun, um einen klimafitten Schutzwald wieder auferstehen zu lassen – einen Schutzwald, der im Oberen Mölltal überlebensnotwendig ist, um Ortschaften und Höfe vor Muren und Erosion zu schützen?

Man solle, sagt Manfred Lexer, auch wirtschaftliche Aspekte nicht vergessen  – Monokulturen von Fichten machen in Zukunft bei diesen Vorzeichen keinen Sinn mehr, auch wenn die Forstgärten an der Entwicklung klimafitteren Fichtensorten arbeiten.

Er schlägt vor, dass maximal 5/10tel einer Pflanzung aus Fichten besteht, um bei einem Totalausfall der Fichte immer noch weiteres Wertholz zur Verfügung zu haben. Die weiteren 50% sollen neben Lärchen und Tannen  jene ursprünglich lokale Baumarten, die durch die Monokulturen der Fichte über Jahrzehnte verdrängt wurden, sein: Bergahorn, Ebereschen, Birken, Erlen, Bergulme, Hasel, etc. Selbst Buchen und Eichen können im Oberen Mölltal gedeihen.  Es gehe auch darum, mit diesen Laubbaumarten einen verstärkten Samenanflug zu gewährleisten, so dass die Samen der Fichte nicht wieder die Oberhand gewinnen. So könne man die zukünftige Entwicklung eines stabilen, resilienten und anpassungsfähigen Waldes steuern.

Die Wildproblematik muss jedoch gleichzeitig bedacht werden: der Wildverbiss in der Region ist so stark, dass man bald von einem Totalausfall der Neupflanzungen sprechen kann. Hier ist eine verstärkte Zusammenarbeit von Waldbesitzer:innen und Jäger:innen notwendig (ein weiteres Thema, das die KLAR! Region im Herbst in einer Veranstaltung behandeln wird).

Im einem Altbestand, der bisher nicht vom Käfer attackiert wurde, erörterte Manfred Lexer, dass Einzelstammentnahme aus der Mitte nicht Waldes, das sogenannte Plentern,  zu dieser Zeit nicht zu empfehlen wäre. Seilungen sollten am Rande erfolgen, damit in diesem Streifen Selbstanflug möglich ist.

 

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